Duftbaeumchens Blog

Archive for the ‘Portugal 2005’ Category

nachtragend

Posted by duftbaeumchen - 3. September 2005

Siggi schrieb:

"Merlin hat Dir verziehen, daß Du ihn als Tütenhund bezeichnet hast. Ab Donnerstag ist er dann auch keiner mehr. Die Fäden sind gezogen, die Narbe verheilt gut und ab morgen ist der Trichter nicht mehr notwendig. Fast ein wenig Schade, denn seit einigen Tagen kann er mit seiner Überbreite endlich umgehen."

 

… dies nur, falls es jemanden interessiert

 

Und Dieter (alias Nadine) hat ein schönes Bild in mein Gästebuch gemalt. Wenigstens einer, sonst hat mich ja niemand lieb…

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Endspurt

Posted by duftbaeumchen - 25. August 2005

Mittwoch, 24.08.2005
 
Endlich geht’s wieder nach Hause. Das ist ja nicht auszuhalten. Den ganzen Tag nur Sommer, Sonne und gute Laune – ekelhaft. Die Solidarität mit meinen Landsleuten gewinnt in mir die Oberhand.
 
Ich will heim.
Am Flughafen in Faro ging es dieses Jahr besonders schnell. Erfahrungsgemäß rechnete ich mit einer halbstündigen Verweilzeit in der Wartegemeischaft am Check In.
Doch was war das? Drei Schalter sind für uns vorgesehen. Zwei mit jeweils einer Menschenansammlung der geplanten Wartezeit entsprechend davor; eine völlig leer. Und an ebendieser steht unsere Flugnummer. Nichts wie hin.
Ich reiche Pässe und Buchungsbestätigung über den Tresen und die Dame fragt mich in gebrochenem Deutsch, ob ich eine …karte habe. Ich mißverstehe sie und sage vorsichtshalber erst mal "ja". Sie blättert die Dokumente durch und wiederholt ihre Frage. Ob ich eine Gold- oder Silberkarte besäße, will sie wissen. Ich blicke zum Monitor nach oben und verstehe.
Aha, dieser Check-In-Schalter ist den Vielfliegern vorbehalten. Ich lächle demütig.
Da zwischenzeitlich kein weiterer Fluggast hinter uns steht, zeigt sie Erbarmen und fertigt uns trotzdem ab. Stolz blitzt in unseren Augen – damit sind wir auf der sozialen Leiter gestiegen und bezeichnen uns nun als VIP. Very Important Persons. Die Mitglieder der Wartegemeinschaft neben uns schauen ganz neidisch. Und dabei hätte ich ihnen so gerne Gesellschaft geleistet.
Unsere Gepäckstücke entschwinden im Bauche des Flughafens und wir begeben uns zur Sicherheitsschleuse.

Vorsorglich entferne ich Gürtel und sonstige Metallgegenstände aus meiner näheren Leibesumgebung. Da ich die Knöpfe an der Jeans nicht abreiße, rutscht selbige trotzdem nicht nach unten. Ich werde durch das "Tor" gewunken – und es piept.
Der Sicherheitsmann guckt und läßt sich meine Schuhsohlen zeigen. Das war’s. Wahrscheinlich hat ihm ein spezielles Gefühl mitgeteilt, daß ich weder Sprengstoff, noch Waffen oder gar terroristische Gedanken mit mir führe. Wenn doch: Diese Hürde hätte ich überwunden.
Vielleicht war es aber auch mein vertrauenswürdiger Blick.
Naja, nicht vielleicht – mit Sicherheit.

Nach dem obligatorischen, zweimaligen Entleeren der Pionierblasen meiner männlichen Mitreisenden (Db berichtete) und einer geringfügigen Wartezeit, ging’s dann pünktlich los.
Beim Start knarrte es zwar verdächtig, aber es ist nichts Schlimmes  passiert.
Nach den Sicherheitshinweisen und einer weiteren Pause gab es dann endlich was zu Essen.
Der Koch gab sich richtig Mühe. Minikartoffeln mit Möhren und einer Art Schweinegulasch. Dazu Käse mit Schoko-Luftschaum-Puddeling; gekrönt von Messer, Gabel und Löffel in der Plastiktüte.
Jeder amerikanischen Airline hätte dieses Gericht Millionen gekostet – an Schadenersatzforderungen der Passagiere. Zum Ausgabezeitpunkt des in einer Aluminiumassiette verpackten Hauptgerichtes an die Reisenden hatte selbiges gerade den Siedepunkt unterschritten. Und so fühlte sich das auch an. Ohne Asbesthandschuhe war der fest verschlossene Deckel nur schwer verletzungsfrei zu entfernen. Nicht nur ich habe mir leicht die Finger verbrannt. Von der Zunge rede ich gar nicht erst.
Mit Erreichen der optimalen Verzehrtemperatur war’s dann aber doch richtig lecker.
Dazu ein Wässerchen – fein.
Weitere Besonderheiten fielen mir nicht auf; die Reise verlief ruhig.
Die Landebahn in Berlin-Tegel scheint mir allerdings kürzer zu sein als anderswo. Der Pilot setzte alles daran, die Maschine auf kürzestem Wege zum Stillstand zu bringen. Ohne Sicherheitsgurt wäre ich bestimmt unter den vor mir befindlichen Sitz gerutscht. Vielleicht mußte auch jemand von der Crew dringend auf Toilette oder nach Hause – wer weiß.

Anja holte uns ab.
Der Flughafen Berlin-Tegel ist auch von außen sehr verwinkelt. Mehrere Ebenen und Parkplätze – für Auswärtige auf den ersten Blick nicht zu durchschauen. Schon gar nicht im Dunkeln. Wir gingen beide das Auto aus der Tiefgarage  zu holen und ließen meine Mitreisenden mit dem Gepäck zurück.
Nun weiß ich ungefähr, wie das Gelände rundrum aussieht. Wir sind Ehrenrunden gefahren, haben fast alle Ebenen erkundet und die Wartenden dann doch gefunden.
Gepäck und Menschen verstaut – los geht’s. Bis Leipzig ist es nun nicht mehr weit, die Autobahn weitestgehend hindernisfrei.
Nach einer reichlichen Stunde – zu Hause.
 
Es hat sich nichts verändert. Wie auch, es war ja keiner da.
 
Nicht mal ein Einbrecher.

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Tütenhund

Posted by duftbaeumchen - 25. August 2005

Dienstag, 23.08.2005
 
Vorige Woche hat es Merlin erwischt.
Zu zweit sind sie über ihn hergefallen und haben ihn gebissen. An Bauch und Kopf. In einer Notoperation mit dreimaligem Herzstillstand konnte er trotzdem gerettet werden. Merlin lebt und ihm geht es den Umständen entsprechend ganz gut. Er frisst wieder; kann auch laufen.
Er versucht natürlich, den die Wunde vor Umwelteinflüssen schützenden Verband mit dem Schnabel (?) zu entfernen. Deshalb ziert seinen Kopfbereich eine tütenförmige Kunststoffmanschette, welche den direkten Kontakt seiner Beißwerkzeuge mit der Wunde verhindern soll.
 
Hunde kommen ja überall ‚ran und müssen demzufolge auch überall ‚rumknabbern.
 
Mit etwas künstlerischem Geschick könnte Siggi zwar die recht trist aussehende Kopfhülse verschönern – Gipsbeine werden auch mit Bildern und Autogrammen verziert -, doch schränkte dies das Sichtfeld des Tieres noch stärker ein und ist somit unzweckmäßig.
So ein Trichter an sich ist für einen Hund eher ungeeignet (für den Menschen bestimmt auch).
Ständig bleibt Merlin mit dem Teil irgendwo hängen. Dort, wo er sonst problemlos durchschlüpfen kann, hindert ihn plötzlich ein "unsichtbarer" Widerstand an der Passage. Und  dabei liegt die ihn zurückhaltende Manschettenkante in seinem Sichtfeld und er müßte doch merken: "Halt, da ist was im Weg, ich muß meinen Kopf etwas drehen."
Hunde sind da wohl noch tunnelblickiger als Männer – er rennt einfach drauf los und wundert sich, warum es auf einmal nicht weitergeht.
Mit der Zeit wird er sich dran gewöhnen.
Und wenn dann die Tüte wieder weg ist, wird er ein ganz neues Gefühl der Freiheit erleben.

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Zipfelerkundung

Posted by duftbaeumchen - 21. August 2005

Sonntag, 21.08.2005
 
Eine Thüringer Rostbratwurst für 3,00 Euro?
Klar, die gibt’s auch in Portugal. Ohne Zipfel. Schmeckt auch nicht anders als in deutschen Landen, aber hier gibt’s noch ein Zertifikat dazu.
 
Ich war da.
Am westlichsten Zipfel Europas.
Westlicher geht es nimmer.
Wenn es nicht so diesig gewesen wäre, hätten wir bestimmt die amerikanische Freiheitsstatue gesehen.
 
Zumindest die Fackel.
 
P.S. Vor zwei Jahren waren die Bratwürste noch größer. Für’s gleiche Geld.

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Werbegeschädigt

Posted by duftbaeumchen - 20. August 2005

Freitag, 19.08.2005
 
Was wäre ein Besuch an Portugals Atlantikküste, ohne vom reichhaltigen Angebot an unterschiedlichen Meeresfrüchten und Fischsorten probiert zu haben.
Für Erwachsene kein Problem, für Kinder schon eher:
 
Fisch wächst nicht in Stäbchenform und badet naturgemäß selten in Ketchup,
 
auch wenn der graubärtige Mann mit der Kapitänsmütze anderes vermuten läßt. Käpt’n Iglo ist kein guter Lehrer.
Die Scholle war schon zu schwach zum Schwimmen; sie wurde an den Tisch getragen. Auf einem riesigen Teller. Alleine hätte sie den Weg sicher auch nicht mehr gefunden – ohne Kopf und Flossen, nur im Teigmantel bekleidet. Wie ein überdimensionales, ungleichmäßig plattgewalztes Fischstäbchen. Vom Geschmack her dem eines gepressten Fischquaders auch nicht unähnlich.
Und doch ist es nicht das gleiche. Auch nicht, wenn das weiße Fleisch (?) von den Gräten befreit und mundgerecht zum Verzehr aufbereitet wird. Felix ist mäkelig.
Vom Fisch bekommt sein Magen letztlich nicht viel mit. Die drei Kartöffelchen und das Gemüse machen nicht satt, obwohl das Gericht an sich ohne weiteres auch für zwei Personen ausreichen würde.
Die Scholle ist nun mal der Hauptakteur.
Doch leider nicht kindgerecht bemaßt.

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Kaffeefahrt

Posted by duftbaeumchen - 20. August 2005

Donnerstag, 18.08.2005
 
Siggi Sonnenschein hat heute Geburtstag. Das Wetter verhält sich auch so. Kein Wölkchen zu sehen; der Planet heizt ganz schön.
Wir werden zu Kaffee und Kuchen geladen. Beim deutschen Bäcker in Lagos. Das sind zwar ca. 35 km, aber der Weg ist nicht umsonst.
Für einen Bundesbürger zu Hause ist es normal und einfach, mal schnell zum Konditor zu flitzen, um ein Stück Pflaumenkuchen oder Schwarzwälder Kirsch zu sich zu nehmen. Der Portugieser an sich kennt diese Form des Backwerks allerdings weniger. So ist es für Deutschresidenten etwas Besonderes, auf diese Weise die ursprüngliche Heimat zu erleben.
 
Und lecker schmeckt es obendrein.
Da legt man schon mal ein paar Kilometer zurück.
Zum Kaffeekränzchen.

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Entwigglungshilfe

Posted by duftbaeumchen - 19. August 2005

Donnerstag, 18.08.2005
 
Schwester K. ist heute zur Fronarbeit eingeteilt. Gartenpflege.
Hausherrin Siggi verfügte die körperliche Tätigkeit und stellte entsprechendes Gerät zur Verfügung. Kostenfrei.
Unser reichhaltiges Frühstück rechtfertigt eine solche Maßnahme, welche sich leider nicht kostenmindernd auf unser Hiersein auswirkt. Meiner Schwester tut die landschaftsgestalterische Betätigung aber ganz gut.
Ich wundere mich schon lange, warum ich jeden Morgen das Geschirr abtrocknen muß…
 
Unsere Nachbarn fragten ganz besorgt, ob sie dann nächste Woche mit Buddeln dran wären.
 
… Da läßt sich bestimmt was einrichten…
 
Die ersten Gespräche mit der Objektleitung habe ich bereits geführt.
 
 
P.S. Das erste Mal in meiner Laufbahn als Bloggist, hat mich die MSN-Wortsperre erwischt.
Das Wort "Entwicklungshilfe" darf nicht als Titel verwendet werden. Seltsam.

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Wendepunkt

Posted by duftbaeumchen - 19. August 2005

Mittwoch, 17.08.2005
 
Ein Hoch auf die kühnen Entdecker des Fraunhofer Instituts für Integrierte Schaltungen. Durch sie ist es mir möglich, die ohnehin schon in den letzten Jahren erlebte Sommer-Sonnen-Urlaubs-Bequemlichkeit weiter zu optimieren.
 
So ein MP3-Abspieler macht schon was her.
 
16 Stunden Musik am Stück füllen ein kleines Kästchen von 30 Kubikzentimeter Rauminhalt. Inclusive Elektronik und Akku. 16 Stunden Chill Out im Stile der Café-del-Mar-Reihe. Dem Wetter und der Umgebung angepaßt. Ich liege in der Sonne, schaue an Palmen vorbei in’s Grüne; der Pool und das Meer laden zum Bade.
 
Kein Straßenlärm – Ruhe. "A day in the sun" kitzelt meine Hörnerven.
Einfach nur schön.
Doch bald wieder vorbei.
Denn es ist schon Halbzeit.

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Verbindungsverlust

Posted by duftbaeumchen - 16. August 2005

Dienstag, 16.08.2005
 
Seit drei Tagen geht bei Siggi und Dieter DSL nicht mehr. Portugisisches DSL. Das scheint anders als unser hiesiges zu sein. Am Windows selber kann es eigentlich nicht liegen, da über ISDN problemlos eine Internetverbindung herstellbar ist. Auch mit anderer DSL-Hardware geht’s nicht.
Die Hotline hilft auch nicht richtig weiter. Problematisch ist vor allem, daß ich kein einziges Wort portugisisch verstehe, geschweige denn, selbst artikulieren kann.
 
Alina spricht neben ihrer rumänischen Muttersprache fließend Englisch, Französisch, Portugisisch und Deutsch und versucht zu helfen. Allerdings hat sie wiederum von der Technik null Ahnung und nach ca. 20 Minuten Hotline stehen wir immer noch an der gleichen Stelle.
Als Techniker könnte ich den Hotlinisten sicher wesentlich besser auf die Sprünge helfen, aber die verstehen mich eben nicht.
 
Nach umfangreichen Hard- und Softwarebasteleien gebe ich resigniert auf. Also muß doch der einheimische Computermann ‚ran. Das ist zwar auch ein Deutscher, aber der ist – wahrscheinlich wegen Reichtum – sehr schwer zu erreichen.
Und in Portugal gehen die Uhren sowieso anders.

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Umzugsstreß

Posted by duftbaeumchen - 16. August 2005

Sonntag, 14.08.2005
 
War ich früher auch so?
 
Am liebsten würde ich mich aller Textilien entledigen und völlig nackend den Urlaub verbringen. Die gewählte Lokation und die hier herrschenden Sitten und Gebräuche sehen dies jedoch nicht vor.
Jeder Badehosenwechsel meines neunjährigen Neffen allerdings gestaltet sich zum Schauspiel. Nur ohne eine nennenswerte Anzahl an Zuschauern.
 
Das ihm ja niemand was abguckt.
 
So viel ist doch noch gar nicht zu sehen.
 
Und ’nen weißen Hintern hat er auch.
 

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