Duftbaeumchens Blog

samstags wird gebadet…

Posted by duftbaeumchen - 30. Juli 2006

… damals wie heute.

Allerdings nicht mehr wie früher am Abend.
Der kosmopolitisch mit der Zeit gehende Großstadtindianer verlegt seine körperliche Wochengrundreinigung in die frühen, naja eigentlich seeehr frühen Tagesstunden und, um Nebenkosten zu sparen, in die freie Natur.

André S., seines Zeichens Salsero und derzeit Auslandsstudent, verschlug es wieder mal in heimische Gefilde; der wissenschaftliche Beirat – diesmal bestehend aus international renommierten Kapazitäten aus Medizin und Wirtschaft – traf sich zum fröhlich-sportlichen Zusammensein.
Frau Dr. med. dent. i. A. P. – weltweit besser bekannt unter ihrem Künstlernamen Schnuckeline (ihDl) – hatte sich für diesen Abend besonders fein gemacht und den hochsommerlichen Außen- und den im Club zu erwartenden Innentemperaturen entsprechend leger und luftig gewandet.


Vor allem untenrum. Uiuiui. Seeehr schick.

War es die Hektik des Tages oder war es gar nur jugendlicher Leichtsinn?
Zumindest bewegte sie beim Betreten der Lokalität plötzlich die Frage:

"Was passiert überhaupt mit meinem Rock,
wenn ich mich schnell drehe?"

Zu spät.

Nun kommt es ja beim Salsa eher seltener vor, daß die Tänzerin von ihrem Partner in eine schwungvolle Körperwendung geführt wird.
Also höchstens alle drei bis vier Takte, um nicht zu sagen…

…mehr oder weniger ständig.

Ich vermute, Frau P. weiß das sogar. Die mentale Erörterung dieser Frage hätte demnach bereits gegen Mittag, also zu Beginn der frauentypisch mehrstündigen Kleiderauswahlphase erfolgen sollen.

Und nicht erst, wenn eh keine
Änderung mehr möglich ist.

Für das nächste Mal könnte ich ja solch lustigen Tischdeckenbeschwerer besorgen. Vielleicht hilft’s. Zumindest so lange sich diese am Rocksaum festkrallen und nicht geschoßartig durch den Saal fliegen.

Doch es ging alles gut.
Das Röckchen kannte sich mit den Gesetzmäßigkeiten zentrifugaler Kräfte aus und verhielt sich dementsprechend – der Stoff bedeckte mehr oder weniger gut ihre unteren Extremitäten und was viel wichtiger erschien, den Körperbereich direkt oberhalb.
Von der Ferne konnte ich nichts anstößiges erkennen und beim Selber-mit-ihr-tanzen hatte ich anderes zu tun, als ihr ständig unter den Rock zu gucken.

Als Schentelmänn weiß ich, was sich gehört.


Nebenbei bemerkt: Salsa ist keine Bootspartie für Rentner, sondern harte Arbeit.


Auf Nachfrage konnte ich ihr somit guten Gewissens die virtuelle Last von den zarten Schultern nehmen, etwas verruchtes zu tun.

Wobei…
Ganz so jugendfrei war es doch nicht.
Die Schnappschüsse der zur Feier des Tages mitgeführten und sogar eingesetzten Digicam offenbarte beim PPP (Post Production Process) am heimischen Computer, daß kurzzeitig doch mehr ent- als verhüllt wurde.

Skandal!

Wie dem auch sei: Schnuckeline, wir haben jetzt ein Geheimnis.
Von mir erfährt niemand was.

Davon abgesehen: Mademoiselle hätte gar keine Zeit gehabt, sich auch noch um ihr Beinkleid zu kümmern, da sie vollauf mit der Bändigung ihrer Haare beschäftigt war. Mein Einwand, zukünftig ein Haarnetz bzw. einen in Krankenhäusern als Mörderduschhaube bekannten
blauen Schuhüberzieher zu verwenden, wurde als Spinnerei abgetan.
Naja, so sind die jungen Fräuleins heutzutage. Starr- und eigensinig; nehmen keine Ratschläge von lebenserfahrenen Mitbürgern an. Und dabei habe ich es nur gut gemeint.

In Anbetracht der Hitze – die Feuchtigkeitsaufnahmefähigkeit eines deutschen Norm-Handtuches ist eindeutig zu gering – bedauerte ich stellenweise, das sich der Minirock für Männer noch nicht als Grundbestandteil der Herrengarderobe durchgesetzt hat.
Nun ja, so hat jeder sein Päckchen zu tragen. Frauen müssen in Schuhen tanzen, in denen sie nicht mal richtig laufen können und wir Männer müssen uns – mehr oder weniger korrekt gekleidet – bei gefühlten und windstillen 40°C Raumtemperatur abmühen, die Partnerin durch optisch ansprechende Figuren zu führen und einfach nur hinreißend aussehen zu lassen.


Wer schön sein will, muß leiden.

Man(n) kennt das ja.

Hm, und was hat das alles nun mit der samstäglichen Körperhygiene zu tun?
Na das ist doch ganz einfach.

Erstens: Wir transpirierten.
Zweitens gab Herr S. im Vorfeld der Veranstaltungsplanung bekannt, daß er anschließend unbedingt und kompromisslos noch baden gehen wolle und die Teilnehmer entsprechende Ausrüstung mitzuführen hätten.
Ich persönlich benötige ja für derartige Unternehmungen kein umfangreiches Equipment. Ein handtuchgroßes Handtuch genügt völlig und selbst das kommt beim Baden nicht direkt zum Einsatz, sondern dient vorwiegend der Feuchtigkeitsentfernung danach.
So begab es sich also zu einer Zeit (es war schon nach zwei Uhr in der samstäglichen Früh‘), daß zwei Drittel der sechsköpfigen Mannschaft einen kurzen Ausflug zur stadtrandigen Großbadewanne unternahmen und in den See stachen.
Mit sich selbst sozusagen.


Lauwarmer Wind umschmeichelte unsere im nichtvorhandenen Neumondlicht mattglänzenden, athletischen Körper, das Wasser war erfrischend naß und in weiter Ferne erhellten kurzzeitig Gewitterblitze den tiefdunklen Nachthimmel.
Mein Vorschlag, Kleiderverstecken zu spielen, wurde diskussionslos zurückgewiesen – zwanzig Meter vom Ufer waren die wenigen Klamotten sowieso nur noch schemenhaft zu erahnen; das Spiel erübrigte sich. Auch der Einsatz von Tauchern, die von unten sanft an den Füßen kitzelten, wurde als "zu gruselig" abgelehnt.
Toll, da denke ich mir einmal im Jahr ein richtig gutes Kulturprogramm aus und dann geht niemand drauf ein.

Die Damen hatten sich zickig wie kleine Mädchen.

Aber nach Hause gefahren werden, das wollten sie dann wieder.

Weiber!!

Und Duschbad hatte ooch keener mit.
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Eine Antwort to “samstags wird gebadet…”

  1. Unknown said

    ot: hallo,hab mir erlaubt, dein blog <a href="http://www.leipzigblogs.de">hier</a&gt; einzutragen (<a href="http://www.leipzigblogs.de/?p=12">info</a&gt😉 und hoffe, das geht in ordnung.

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