Duftbaeumchens Blog

Bandsalat

Posted by duftbaeumchen - 12. Mai 2006

Das Display zeigt EUR 3,69.


"Die kosten aber nur 59 Cent das Stück."

Ach neeee. Das mag ja alles sein, aber kann man das nicht ausdiskutieren, wenn ich meinen Salat bezahlt habe?

Warum denn immer ich?


Vom Wocheneinkauf zurückkehrend (bisher komplikationslos), mache ich noch einen Zwischenstop im "Markt um die Ecke", um einen Salat für’s Abendessen zu kaufen.

NUR EINEN SALAT.


Und einen Becher Joghurt-Dressing. Mehr nicht.


Für passend abgezähltes Geld.


Also eigentlich nur ein Kurzbesuch von zwei bis vier Minuten.

Wenn, ja wenn zum Freitagnachmittag nicht nur eine Kasse besetzt wäre und vor mir fünf Kunden bezahlen müßten.
Einer von denen erfüllt problemlos das Klischee vom Gelegenheitseinkäufer. Erstens will er unbedingt passend bezahlen (was wider Erwarten sogar nach längerer Kramerei im Portemonnaie klappt) und zweitens wollen seine Lebens- und Genußmittel ja auch gleich in den viel zu kleinen Beuteln verstaut werden.

Schwierig. Besonders, weil die Kassiererin wesentlich schneller ist, als Otto Normalverpacker. Kann ich verstehen, sie will ja auch nach Hause.

Naturalienstau.


Diesbezüglich fiel mir schon des öfteren auf, daß ein Aldi-, REWE-, Penny- oder keine-Ahnung-Markt abrupt ca. 50 cm hinter dem Warenscanner zu Ende zu sein scheint bzw. die Marktarchitekten meistens nur bis zur Kasse denken. Dann ist Schluß.
Wie ist es denn sonst zur erklären, daß das Transportband bis zum Scanner zwei, drei manchmal sogar vier Meter lang, im Auslaufbereich nach dem Erfassungsvorgang jedoch kaum Platz für die Ablage einer größeren Damenhandtasche ist?
Leute, baut doch wenigstens ’ne Rutsche dran. Dann können sich die Sachen gleich in bereitgestellte Tragetaschen verflüchtigen.
Dann empfehle ich dem ungeübten Großeinkäufer allerdings, die
Reihenfolge bei der Artikelablage zu bedenken. Eier und Tomaten fühlen sich nicht besonders wohl, wenn sie mit Schwung von einem Dreipfundbrot gerammt werden.

Nur so als Tip vom Hausmännchen.


Oder macht es doch so wie ich: Erstens lege ich meine zu bezahlenden Artikel in einer bestimmten Reihenfolge auf’s Band. Zuerst die großen und schweren, die weniger bruch- und druckfesten Teile zum Schluß.
Zweitens führe ich eine stinknormale Plastikklappbox bei mir, in die ich sofort nach dem Erfassungsdurchlauf die ja nun packoptimal ankommenden Flaschen, Becher und Naturrohstoffe stapeln kann.

Da staut sich nichts.


Obwohl beim real,-en Kaufmannsladen meines Vertrauens genügend Warenauslauf zur Verfügung stünde.
Auch wenn ich im Bekanntenkreis des öfteren wegen meiner Optimierungsmaßnahmen belächelt werde: Es ist wesentlich entspannter am Auto eine Kiste von A nach B zu heben, als bei 4 °C und schräg von vorn peitschendem Regen wieder jedes Stück einzeln in die Hand zu nehmen und mühsam im Kofferraum zu verstauen.

Muß jeder selber wissen.

Doch zurück zum Thema.

Drei Blumentöpfchen trennen mich von der Abwicklung meines Tauschgeschäftes.
Drei mickrige, dem Tode sehr nahe scheinende Pflänzchen. Dafür sind eigentlich 59 Cent noch zu viel.
Ich als Blumenliebhaber mit einer Abneigung gegen jegliches Grünzeug kenne mich da aus.

OK, Erde und Topf haben auch ihren Preis.


Den weiteren Verlauf der Geschichte spare ich mir. Der geneigte Leser wird sich vorstellen können, welche Diskussionen nun entfacht werden.

Demonstrativ wende ich mich ab vom Geschehen und überlege, ob ich mir einen Stuhl ordere und den Salat nicht gleich hier verzehre. Die Tiefkühlpizza im sonnenbeheizten KFZ müßte auch bald den Garpunkt erreicht haben.
Warum liegt mein Feldbesteck zu Hause im Keller? Diesbezüglich besteht also noch Optimierungsbedarf meinerseits.

Zeitlich würde ich das locker schaffen.


Ach so: Obwohl das Männlein in der Kasse anderer Meinung war, kosteten die Blümlis doch nur je 59 Cent. Nur nebenbei bemerkt.

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Eine Antwort to “Bandsalat”

  1. Андреас said

    Die Idee mit der Rutsche ist genial! Wenn ich Rehwe wär, würde ich, nachdem ich es bei Dir gelesen hätte, auch darüber nachdenken.

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