Duftbaeumchens Blog

Luftverkehr

Posted by duftbaeumchen - 25. April 2006

Es geht wieder los. Kaum steigen die Temperaturen ein wenig in frühlingshafte Regionen, schwärmen sie wieder aus.

Prinzipiell habe ich nichts gegen andere Lebewesen.


Zumindest solange sie mich nicht unnnötig belästigen und dort fliegen, kriechen oder was auch immer machen, wo ich mich nicht aufhalte.

Meine Wohnung gehört also nicht zu den von Puddingsbrumseln zu bevorzugenden Lebensräumen.

Zu dumm, daß ich gestern versäumte, rechtzeitig Flugverbotsschilder aufzustellen. Eine hatte sich doch verirrt. Entweder war ihr "Navi" defekt oder das Kartenmaterial aus einer Zeit, als das Haus noch nicht gebaut war.

Und ich Trottel mach auch noch das Fenster auf.


Schwupps war s’e drin. Und wie das mit den Viechern so ist, da kannste auch noch die restlichen Fenster sperrangelweit offruppen – die kriegste nicht wieder los. Selbst zusätzliche Mauerdurchbrüche helfen da nicht. Eher kommen noch welche rein, als daß die eine flüchtet. Nur wenn die Fenster geschlossen sind, versuchen sie mit aller Macht die Glasscheiben zu durchdringen. David Copperfield läßt grüßen.

Mich würde es ja nicht stören, wenn sich die Schnellflügler in eine Ecke verkröchen, still die kleine Welt meiner Behausung beguckten und erst dann ihren Erkundungsflug begönnen, wenn ich außer Haus bin. Aber nein, sie vollführen ihre flugakrobatischen Kunststücke genau dort, wo ich gerade sitze, stehe oder liege. Wahrscheinlich ist es übersteigerter Geltungsdrang und sie erhoffen sich Applaus und standing ovations ob ihrer artistischen Leistungen.

Aber nicht mit mir.


Da ich momentan noch kein Insektenspray im Hause habe, mußte ich mich also händisch auf die Jagd machen. Obwohl Fliegen vermutlich ein wesentlich kleineres Gehirn haben als ich, scheint es auf wenige und lebenserhaltende Denkoperationen spezialisiert zu sein.
Wenn sie sich dann nämlich doch mal hinsetzen um auszuruhen, dann natürlich genau dort hin, wo ich nicht direkt und mit Wucht zuschlagen kann. Entweder geht irgendetwas dabei kaputt oder ich verletze mich selbst. Somit verzögert sich jede waidmännische Tätigkeit unwesentlich um einige Minuten.

Kurzum, nach einer knappen Stunde lag dann doch sie am Boden. Und es gingen keine Gläser, Scheiben bzw. andere Einrichtungsgegenstände zu Bruch. Sie fiel dem zur Fliegenklatsche umgewandelten Annoncenteil der Wochenendbeilage einer stadtbekannten Tageszeitung zum Opfer.

Indirekt.


Denn Fliegen sind helle und sehen die Gefahr.


Da auch meine Wohnung mit diversen Utensilien bestückt ist, konnte also nur ein Trick helfen.

Luft.


Genaugenommen beschleunigte Luft. So simpel wie wirkungsvoll.

Beim meinem Versuch, wiederholt einen direkten Kopftreffer zu landen, wurde der Miniflieger durch den Luftzug gegen die Wand geschleudert. Etwas benommen vom heftigen Kontakt des Kopfes mit dem Mauerwerk taumelte er zu Boden – und besiegelte damit sein Schicksal. Ein kleiner zusätzlicher Klaps auf den Bauch (oder war’s der Po?) beendete infolge innerer Verletzungen ein junges Leben.

Selber schuld.


Ich habe trotzdem kein Mitleid.


Als Entschädigung durfte Brumsel noch die Wasserrutsche benutzen – auf dem Weg durch die Kanalisation.

Advertisements

Kommentar verfassen

Bitte logge dich mit einer dieser Methoden ein, um deinen Kommentar zu veröffentlichen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

 
%d Bloggern gefällt das: