Duftbaeumchens Blog

Sprachbegabung

Posted by duftbaeumchen - 9. April 2006

Dinner for five bei dasLutzel zu Hause.
 
Einfach nur so, ohne zwingenden Anlaß.
 
Muß auch mal sein.
 
Allerdings sind fünf Personen eindeutig zu viel für meine kleine Küche. Das nächste Mal halte ich mich aus dem Kochvorgang ‚raus und lasse meine Gäste für mich arbeiten. Ich muß es nur plausibel erklären.
Z. B. mit einer temporären Lebensmittelallergie. Justament während des Zutatenschnibbelns.
Nur gut, daß Küche und Wohnzimmer mehr oder weniger miteinander verwachsen sind. Da kann man sich ganz leicht "aus der Hand" gehen, indem man einfach zurücktritt. Ein Schritt reicht.
 
Schwupps biste in der guten Stube.
 
Naja, irgendwie hat es doch funktioniert. Schwester K. am Spinat, Tobias am Lachs, die Nudeln mit sich selbst und Anne saß mehr oder weniger nur ‚rum. Zwischendrin verweichlichte die Kuverture im Wasserbad und Schnuckeline wusch schon mal die nicht mehr benötigten Werkzeuge auf.
 
Oder ab.
 
Je nachdem, aus welchem Bundesland man kommt.
 
Anne (ursprünglich nicht von hier) stellte nämlich fest, daß der Begriff "Aufwasch" wohl nur in Sachsen Verwendung findet; der gemeine Bundesbürger aber wohl eher das "Abwaschen" bevorzugt. Meine daraufhin im kleinen Bekanntenkreis (2 Personen) durchgeführte Umfrage bestätigte diese These. In Leipzig wird aufgewaschen.
 
Egal. Schnuckel hat ihre Tätigkeiten zur vollsten Zufriedenheit der Anwesenden erledigt.
 
*
 
Nach dem vorzüglich mundenden Hauptgang sollte es eigentlich in Teig gebackene, schokoladisierte Bananen mit Vanilleeis geben.
 
Dieser Plan erfuhr jedoch eine spontane Änderung.
 
Das Wasserbad hatte – während wir noch mit dem in "Spätburgunder Weißherbst" schwimmenden Fisch spielten – den Aggregatzustand gewechselt und verduftete klammheimlich. Die Kuverture verband sich daraufhin mit dem stark erwärmten Schmelztiegel und stänkerte vor sich hin.
 
Selber schuld: Ich versäumte es, eine Feuerwache einzuteilen; stattdessen zog ich vor, mich der Völlerei hinzugeben.
Die für späte Stunde vorgesehene frische Ananas ersetzte kurzerhand die sowieso viel zu kalorienlastige Süßspeise. Ist ja auch wesentlich gesünder.
 
Und das Eis wird schon irgendwie alle.
 
*
 
Nachdem wir uns das Wams vollgeschlagen, dem ungarischen Zauberwürfel und -ball gehuldigt und die etwas schwächelnde Schwester K. verabschiedet hatten, gingen wir übriggebliebenen zum gemütlichen Teil des Abends über.
 
Wie drapiere ich mich richtig auf einem Sofa?
Körpersprachschwierigkeiten zwischen
Mann und Frau im Wandel der Zeiten.
 
Anne z. B. wickelt sehr gerne ihre Haare um den Finger. Ganz automatisch. Nun weiß sie auch, was sie uns Männern eigentlich damit sagt. Völlig unbewußt und nichtwollend. Die Gestik verrät uns nun mal, ob wir wollen oder nicht. Wir schauen in die Tiefen der Seele.
Trotz kleiner Unstimmigkeiten zwischen Gesagtem und dessen körperlicher Ausdrucksform verstanden wir uns prächtig, stellten jedoch fest: Wir müssen noch an der meinungsgerechten Sortierung unserer Extremitäten beim zwanglosen ‚rumsitzen arbeiten.
 
Beim Dialog im Dunkeln gestaltet sich sowas wesentlich entspannter.
 
Da siehste eh nix.
PS
Warum wird Fuß mit "Esszett" und Pflaumenmus nur mit "Ess" geschrieben?
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3 Antworten to “Sprachbegabung”

  1. Danica said

    1. in niedersachsen und in bayern sagt der durchschnittsbürger "abwaschen"
     
    2. ich schlage vor wir schicken dich zu "das perfekte dinner"
     
    3. der "Fuß" ist ja was ganz was anderes als "das muuuuuuuuuuus" ich glaube es liegt an dem "U" und ob man das lang oder kurz ausspricht?!
     
    4. schöner blogeintrag 🙂

  2. . said

    Also ob ich Hinkefuß oder Pflaumenmus sage, spielt betonungstechnisch gesehen überhaupt keine Rolle.

  3. Андреас said

    Wir sagen auch "Aufwasch".
    Aber wir kommen aus Halle, das liegt in Sachsen-Anhalt.
    Meine Frau "mojet Possudu", aber die kommt aus Kiew und das liegt weder noch.

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