Duftbaeumchens Blog

Sturm und Drang

Posted by duftbaeumchen - 3. April 2006

Hin- und hergerissen vom dauernden Sonne-Wolken-Wechsel am gestrigen Sonntag entschied ich mich dann doch, der Schnuckeline (hdl) im Eispalast einen Besuch abzustatten. Mit dem Rad. Die erste Ausfahrt dieses Jahr nach der Neubesohlung durch den Fahrradreparierer meines Vertrauens. Ich sage euch: Nur fliegen ist schöner.

Schon beinfrei oder lieber doch behost?
Die Sonne auf dem Balkon versprach Wärme, die Wolken andererseits Frischlichkeit.
Ich wählte lang und winddicht. Eine gute Wahl. Nach einer von Gegenwind nicht unwesentlich beeinflußten Bergauffahrt in Richtung Badesee drehe ich eine Runde um selbigen. Der Fahrtwind schafft es nicht ganz, die durch meine zwar nicht besonders rasante aber doch anstrengende Fortbewegung entstehende Körperwärme abzutransportieren. Was wäre also besser als eine Abkühlung durch Flüssigkeit.

Gedacht – getan.


Genau in dem Streckenbereich mit dem spärlichsten Baum- und Strauchwuchs, also der geringsten Chance, sich irgendwo unterzustellen, fängt es an zu regnen. Wobei regnen nicht der richtige Ausdruck ist. Innerhalb weniger Sekunden werden aus kleinen, unbedeutenden Tröpfchen schüttgutartige Wassermassen, die genau dort von der Erdoberfläche angezogen werden, wo ich unterwegs bin. Bis zum nächsten Unterschlupf sind es bestimmt noch zwei Kilometer. Na dann mal los.

Mist. Besetzt. Andere Pedalisten hatten auch diese Idee.

Ich fahre also weiter; nun bin ich sowieso schon naß. Der Wind faucht über den See und bringt von dort eine Extraportion Wasser mit. Endlich finde ich Schutz. Zwar nicht von oben, aber trotzdem werde ich nur wenig vom Regen benetzt. Der sturmartige Sturm trägt die Tropfen über mich hinweg. Zehn Minuten lang, dann ist’s plötzlich vorbei.

Die Sonne strahlt als wäre nichts gewesen. Zwei Regenbögen bauen sich übereinander auf.

Die Tropfen auf der wasserdichten Jacke sind schnell verdünstelt, nur mein Hinterteil zeugt noch vom Schlam(m)assel. Da ich vergessen habe, den Spritzschutz anzubauen, verziert eine krümelige Spur meinen Rücken. Es konnte ja auch niemand mit Spritzwasser rechnen.

Egal. Macht nichts. Weiterradeln!
Ich bin keine Memme.

Jedenfalls nicht beim Pedalieren.


Und Eis gibt’s auch noch.
Als Trost gegen die Weinerlichkeit.

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