Duftbaeumchens Blog

frostgefährlich

Posted by duftbaeumchen - 18. Januar 2006

Kurz und bündig: Wir haben gewonnen. Vier zu null. Gegen den Erzrivalen Halle.
Seit langem verfolgte ich mal wieder das Treiben auf dem Eisfeld. Live von Mann zu Mannschaft; getrennt durch wenige Millimeter Plexiglas. "Eingeladen" von Frülln und dem großen M. – mit dem Hinweis, "Dings" würde auch anwesend sein. seltsam

Das Spiel selbst verblasste im Vergleich zum angereisten Publikum. Neben Susi (alias Sushi), Susa, den Herren M. (groß), M. (klein) und D. war erstmalig auch ZI (aka "Dings") zugegen. Und ich natürlich.
Warum ich mich für zweieinhalb Stunden Kälte und Lärm entschied, kann ich gar nicht mehr so recht nachvollziehen.
Da wir keine Jahres-Logen-Plätze gebucht haben, mußten wir uns mit einem Stehplatz begnügen – wie über zweitausend andere auch. Ergo: Kuscheliges Beieinanderstehen mit Sicht in den Nacken des Vordermannes. Oder der Vorderfrau, wenn sie nicht all zu lange Haare mitführt. Zumindest obenrum. Untenrum sieht man ja nur ganz selten was, da die Menneken größtenteils mehr oder weniger dick wattiert bzw. geschenkverpackt sind. Nur Kopf und eventuell die Hände gucken raus. In diesem Zusammenhang fällt mir auf, daß ich ZI eigentlich nur mit Wintermantel kenne. Von der Jahreabschlußveranstaltung bei M. mal abgesehen. Doch auch dort standen Tisch und Rollkragenpullover zwischen uns.



Dies nur am Rande.

Nachdem sich die Zuschauerköpfe sortiert und Sichtkanäle durch die Vorderhälse zum Spielfeld erschlossen hatten, war das erste Drittel auch fast schon vorbei.
Bereits während dieser knapp vierzig Minuten konnte ich mit sportlichem Fachwissen glänzen. Prinzipiell habe ich ja null Ahnung von Eishockey. Ich kenne die Spielernamen nur von der Anzeigetafel (die gröhlenden Zuschauer versteht man sowieso nie); muß auch immer nachzählen, wieviel Leute gerade auf dem Eis ‚rumturnen. Aber ich kann mittlerweile mit Bestimmtheit sagen, daß es drei schwarz-weiß-gestreifte Aufpasser gibt und ein Spiel theoretisch dreimal zwanzig Minuten lang ist. Theoretisch.

In der Praxis wird das ja künstlich hinausgezögert. Einerseits durch taktische Verschleppungen durch die Schiedsrichter, die wohl eine kalte Wohnung oder eine garstige Ehefrau haben. Andererseits durch übermäßig lange Pausen dazwischen. Eine zeitlich Straffung würde sicher allen zugute kommen. Die Raucher rauchen weniger, die Trinker trinken weniger, das Licht geht eher aus (Energiesparmodus) und die Spielfläche muß nicht so lange gekühlt werden. Doch das ist alles nicht mein Problem – ich bin ja nur mit.

Apropos gröhlende Zuschauer: Liebe Leute, nehmt Rücksicht auf Neulinge und artikuliert euch deutlicher. Ohne Wörterbuch "Schlachtrufe für Anfänger (oder wie nuschle ich effektiver?)" sind manche Großgruppenreime für Nichtfachpublikum nur sehr schwierig zu verstehen. Auch nach zwölfmaliger Wiederholung.
Effektiver hingegen ist der Einsatz phonstarker Musikinstrumente wie Trommeln, Trompeten und Rasseln.

Wobei… Musik?

Naja, ich weiß nicht recht…

Als ob die Halle nicht groß genug wäre, der "kleine Trompeter" stellt sich natürlich direkt hinter uns und schmettert ein Solo aus der Lunge, daß einem die Ohren schlackern. Nur durch den Luftstrom. Und mit direkt meine ich direkt. Tinnitus läßt grüßen. Aua.
Um seine virtuose Spielweise möglichst vielen Besucher nahezubringen, zog er dann aber recht schnell weiter; nur das Klingen in den Ohren blieb.
Die zweite Halbzeit versank rein optisch größtenteils vor den vor uns stehenden Zuschauern – tja, wer zu spät kommt… (elendes Rauchergesindel). Dies berücksichtigend wurde die darauf folgende zweite Inhalationskur auf ein unbedingt notwendiges Maß beschränkt und wir verfolgten die dritte Spielphase wieder hautnah mit Körperkontakt zur Bande.

Und da bekam ich stellenweise Angst.

Offensichtlich scheint es eine lange und gute Tradition zu sein, daß bei jedem Glücksgriff der eigenen Mannschaft bzw. vermeintlichen Unfairnissen des Gegners der gemeine Bandensteher mit Schlägen auf die Kunststoffummantelung des Eises seiner Begeisterung Ausdruck verleihen muß.

Auch wenn drei Leute dazwischen stehen.

In solchen Situationen schnippst er also mit dem Arm durch die Vorstehenden hindurch und hämmert wild auf das Kunstglas. Ohne Rücksicht auf Verluste.
Prinzipiell kann ja jeder machen was er will – aber nicht, wenn ich mich dort aufhalte.
Mir gruselte vor jedem taktisch gut gemachten Spielzug, von den Toren gar nicht zu schreiben. Zuschauern mit offenen Getränken (Glühwein, Bier) in der Hand empfehle ich diesbezüglich die Nutzung eine wasserdichten Regenjoppe. Frau Susa weiß, wie rot mit weiß harmonieren kann.

Oder war sie schon zu sehr betrunken und
hatte sich nicht mehr unter Kontrolle?

Eigentlich machte sie einen ganz normalen Eindruck.
Allerdings würde ich nie mit heller Kleidung einem solchen Event beiwohnen. Doch Frauen sehen das bekanntlich anders.

Wer schön sein will, muß leiden.
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