Duftbaeumchens Blog

fehlgestöpselt

Posted by duftbaeumchen - 3. Dezember 2005

Aufgrund meiner Verschnüpfelung nehme ich ein Bad. Ein Erkältungsbad. Ist eigentlich Quatsch, denn erkältet bin ich ja schon. Naja, vielleicht kehrt sich ja die Wirkung um und die Virulisten werden herausgeschwemmt. Oder verziehen sich wegen des seltsamen Geruchs.
Ich liege also im heißen Wasser. Da ich relativ still verharre, ändert sich auch das Rundfunkprogramm nicht. Nur beim Umblättern in der Zeitschrift.
Selbige gab’s gestern bei der Neueröffnung eines Drogeriemarktes. Und Seife, Gesichtsmaske (beides natürlich für die Frau) und eine Entspannungs-CD. Toll. Meeresrauschen als Maxiversion. 18:34 Minuten lang. Ohne Musik.
 
Das wird bestimmt der Knaller auf meiner nächsten Geburtstagsparty.
 
Egal. Wasser umspült meinen geschwächten Leib und verläßt geräuschvoll durch den Überlauf die Wanne. Die Wanne ist voll. Zu voll. Das unregelmäßige Plätschern stört etwas die Harmonie.
Ich drehe mit beiden Füßen(!) am Wannenverstöpselungregler und entlasse das überschüssiges Naß in die Freiheit. Gurgelnd bedankt es sich für meine Barmherzigkeit.
Ein kurze Drehung nach links und der Abfluß ist wieder verschlossen.
Ich lese weiter.
 
Irgendwie wird es nach ein paar Minuten frisch obenrum. Ok, das Wasser kühlt ab. Aber so schnell?
Als ich meine Augen vom spannenden Text löse, weiß ich warum.
 
Die Wanne ist ein Drittel leerer.
 
Häh? Hat die ein Loch?
Na klar, nicht nur eins.
 
Durch das Wasserlassen sog es auch den kuscheligen Naturschwamm in Richtung Notausgang. Dessen Halte- und Aufhängungsbändchen wiederum schlüpfte doch tatsächlich durch den kleinen Spalt zwischen Wanne und Stöpsel. Das "Ventil" hatte somit keine wirkliche Chance, die weitere Verflüchtigung des Badewassers zu verhindern.
Ein beherzter Griff in die Tiefe befreit ihn aus den Fängen der Sanitärtechnik.
Es gurgelt wiederholt.
 
Und mir wurde noch kälter.
 
Ich ließ also nochmals heißes Wasser nach und setzte meine Lektüre fort. Leider ist der einzige für Männer interessante Artikel schnell weggelesen. Für Lippenstfte und Wimperntusche interessiere ich mich (noch?) nicht so richtig und die Tönung der nicht mehr so üppig sprießenden Kopfhaare macht bei mir auch keinen großen Sinn.
 
Mittlerweile steht mir der Schweiß auf der Stirn.
 
Gut, dann schwimme ich eben zurück…
… und geh‘ wieder ins Bett.
 
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