Duftbaeumchens Blog

Schuhwechsel

Posted by duftbaeumchen - 23. November 2005

Es wird Winter.
Das merke ich nicht nur an der früh einsetzenden Dunkelheit, sondern auch daran, daß mein Kraftfahrzeug den unterkühlten Straßenbelag nicht mehr ganz so gut im Griff hat.
Ein Radwechsel ist angesagt.
Anders als bei einschlägigen Fachärzten ist ein Termin kurzfristig ausgemacht.
In der Hoffnung, nicht wieder so lange warten zu müssen wie beim Umstieg auf die Sommerräder, breche ich in Richtung Werkstatt auf. Ich bin sogar etwas zu früh da und übergebe das Fahrzeug in die Obhut der Monteure.

Ein Radwechsel an sich ist ja eigentlich keine große Angelegenheit; schon gar nicht, wenn es eine Hebebühne, Profiwerkzeug und die richtigen Leute gibt.

 
Die Wartezeit vertreibe ich mir mit Rumsitzen, Zeitunglesen und Fernsehen. Alternativ und optional stehen noch Kaffeetrinken, Rumlaufen und Neuwagenangucken zur Auswahl. Oder ein Besuch der Kundentoilette.
Minuten vergehen. Auf RTL kommt "Einsatz in vier Wänden" und "Unter uns" – eine Stunde ist ganz schön fix um.
Langsam werde ich ungeduldig, tröste mich jedoch mit dem Gedanken, daß das Fahrzeug wahrscheinlich gleich noch eine neue Lackierung bekommt und grundgereinigt wird.
 
Nun dauert es mir doch zu lange. Die Arbeitsabläufe des gemeinen Radwechsels scheinen doch nicht so trivial zu sein, wie ich vermute. Zumal es ja vier Räder sind. Gerade will ich aufstehen, um mich nach dem Verbleib des KFZ zu erkundigen, kommt Herr P. um die Ecke und übergibt mir freudig die Schlüssel.
 
Was, schon fertig?
Auf meine Frage, warum es bei ebendiesem Autohaus immer mindestens eine Stunde dauert, bis vier Räder ausgetauscht sind, weiß er keine Antwort. Er erzählt mir was von Spätschicht, kleiner Monteursbesetzung und daß dies eigentlich nicht mein Problem sein sollte.

Fein beobachtet. Genau deshalb mache ich einen Termin.
In der Vorgängerwerkstatt ging das irgendwie schneller: kurz vorher angerufen, hingefahren, Hebebühne, Räder ab und dran, fertig. In ca. 20 Minuten erledigt. Und richtig befestigt waren die auch.
Markenwechsel aus firmenpolitischen Gründen erweisen sich eben nicht immer als vorteilhaft.
 
Beim Einsteigen hoffe ich immer noch auf den frisch duftenden und generalüberholten Innenraum.
Schade, meine Vermutung bewahrheitet sich leider nicht. Alles ist wie vorher.
Außer die Musik. Entweder haben die Herren aus Sicherheitsgründen den Akku abgeklemmt oder sich die Zeit mit Probehören vertrieben. Ich vermute eher zweiteres. Ich hoffe, ich habe deren Geschmack getroffen.
 
Als ich am Abend beim Müll-Entsorgen nochmals am Auto vorbeikomme werde ich doch noch stutzig.
Seit Wochen war ich nicht in der Wäsche und das schmuddelige Herbstwetter hinterläßt seine Spuren. Normalerweise besuche ich vor einem Werkstattaufenthalt die Waschanlage, was heute jedoch aus Zeitgründen nicht möglich war.
Und doch leuchtet mir das hintere Nummernschild im Halbdunkel entgegen. Auch die Scheiben erscheinen bei näherer Betrachtung auffällig durchsichtig.
Nur vom Fahren im Regen kann das eigentlich nicht sein.
 
Was haben die denn nun in der Stunde gemacht?
 
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2 Antworten to “Schuhwechsel”

  1. Unknown said

    Die ham nen Milchshake verschüttet und im Auto geraucht, während sie nach dem Waffentransport die Leiche in Deinem Kofferraum entsorgt hatten. Und das wollten sie netterweise schon ein wenig abputzeln.

  2. DerEinzig said

    ja, ich denke auch so in schoas richtung. die scheiben sind wahrscheinlich deshalb sauber, weil sie neu sind. man konnte die durchschüsse von der verfolgungsjagt nach dem banküberfall nicht mehr bei carglas reparieren.

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