Duftbaeumchens Blog

Bruchtest

Posted by duftbaeumchen - 7. Oktober 2005

Freitagmorgen halb sieben in Deutschland.
 
Schauplatz: Lutzels Bad.
 
Lutzel ist frisch geduscht.
 
Ich bin beim Auftragen eines der-Haut-Feuchtigkeit-spendenden-Kosmetikproduktes (auch Boddylooschn genannt). Mein Alabasterkörper braucht Zuwendung.
 
Ha, Gesichtscreme vergessen.
 
Ich greife mit der etwas glitschigen Hand nach dem passenden Tiegelchen. Aus massivem Glas. Massemäßig betrachtet bestimmt mehr als der Inhalt selbst. Wahrscheinlich gibt es bei der Produktion von Glasbehältnissen eine festgelegte Menge Ausgangsmaterial, die unbedingt verbraucht werden muß – je weniger der Inhalt, desto mehr Glas drumrum. Es fühlt sich schwer und kompakt an.
 
Und?
 
Genau, es entgleitet mir und folgt der Gravitationskraft in Richtung nächstgrößeres Objekt.
 
Waschbecken.
 
Ich versuche das Teil aufzufangen. Keine Chance. Es schwebt einer Stahlfeder gleich und in Sekundenbruchteilen erreicht es die Seifenablage. In genau der gleichen Zeit stehen mir Schweißperlen auf der Stirn.
Doch es geschieht nichts. Außer eines Geräusches. Eigentlich erwartete ich, daß zumindest das Porzellanbecken zu Bruch geht. An der Festigkeit des Töpfchens zweifelte ich nicht im Geringsten.
Nichts.
 
Kein Kratzer, kein Sprung; auch das Cremetöpfchen hat unbeschadet überlebt.
 
Ein Hoch auf die Erfinder des bruchfesten Waschbeckens.
 
Allerdings vermute ich nun eine innere Spannung im Porzellan selbst. Irgendwann, wenn ich nicht mehr daran denke, wird es sich rächen. Nachts, während meines Schlafes. Es wird in tausenddreihundertachtundzwanzig Teile zerspringen und laut polternd zu Boden gehen.
Einfach so.
 
Weil es mich ärgern will.
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3 Antworten to “Bruchtest”

  1. Danica said

    ich finde das hätte auch carrie aus sex and the city schreiben können 🙂 große klasse!

  2. Karin said

    Es wird passieren, wenn Du schon gar nichtmehr daran denkst !!!!!!!!

  3. . said

    @DanaWas denkst Du, wer die Drehbücher geschrieben hat…@KarinDavon gehe ich aus und hoffe sogar, daß es erst meinen Nachmieter trifft (in ca. 50 Jahren etwa)

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