Duftbaeumchens Blog

atmungsaktiv

Posted by duftbaeumchen - 5. Oktober 2005

Gestern war wieder einmal ein viertel Jahr ‚rum.
 
Ich besuchte meinen Haus- und Hof-Pulmologen.
 
Nicht, weil ich krank bin, sondern weil es terminlich so festgelegt wurde. Im Sommer.
 
Doch der Reihe nach.
Bereits im Spätherbst letzten Jahres plagte mich unergründlicher Hustenreiz.
Nach wochenlanger Therapie mit unterschiedlichen Medikamenten war meine Hausärztin am Ende ihres Lateins. (In diesem Punkt ist sie mit etwas voraus; zu meiner Schulzeit gabs nur Russisch, Englisch und Französisch.)
Wie dem auch sei, sie überwies mich zu einem Spezialisten.
 
Nun sind Spezialisten in deutschen Landen ein eigenes, ein sehr kleines Völkchen. Somit nicht besonders zahlreich anzutreffen und demzufolge permanent überlastet. Genau drei Lungenangugger standen im hiesigen Telefonbuch.
Der erste meinte was von "in drei Monaten", beim zweiten war ständig besetzt. Doch dann hatte ich Glück: sieben Wochen Wartezeit nur.
 
Gut, den nehm‘ ich.
 
Für mich gab es zwei Alternativen. Entweder bin ich bis dahin wieder gesund oder verstorben.
 
Ich entschied mich für die erste Variante, ging aber trotzdem hin. So einen Termin muß man doch wahrnehmen; wer weiß, wann mich ein solches Glück nochmals ereilt.
 
Nun ja, der voll besetzte Warteraum ließ mich sofort an einer zeitpunktgenauen Untersuchung zweifeln. Doch ich bin geduldig und verstehe auch die "andere" Seite. Ein Arzt muß sich nun mal Zeit für seine Patienten
nehmen.
Mir ging es ja auch nicht mehr elendiglich.
Zwischendurch hatten die Schwestern und ich viel Spaß beim obligatorischen Lungentest und bei der Blutabnahme. Sie durften mir erklären, warum dieses und jenes so und nicht anders funktioniert und warum das Mundstück so eklig schmeckt.
Meine Lunge war (und ist) in Topform; in den meisten Meßwerten sogar besser als notwendig.
Was macht nun ein Arzt in einem solchen Fall?
Richtig, er verschreibt erst mal weitere Medikamente (die Medikamenten-Wirtschaft nagt eh schon am Hungertuch).
Und läßt mich wiederholt antreten. Zum Belastungstest.
 
In drei Monaten.
 
Hier scheint mir, als ob die Krankenkassen mit den Göttern in Weiß eine Übereinkunft getroffen haben.
 
"Verzögere die Behandlung soweit, daß weitere Termine möglichst im folgenden Quartal stattfinden und
damit eine zusätzliche Praxisgebühr zu entrichten ist."
 
Genauso machen die das auch. Toll. Die 10 Euronen gebe ich doch gerne.
 
*
 
Der Lungenstresstest im Sommer brachte es dann ans Licht. Ich reagiere allergisch. Zwar nur kurzzeitig, aber immerhin.
Prophylaktisch gab’s dafür (bzw. dagegen) – man staune – ein Notfallmedikament. Selbiges liegt nun schon seit Monaten unbenutzt zu Hause ‚rum. Trotz intensiver und täglicher Atmung kam es bisher zu keinen Zwischen- oder gar Notfällen.
 
Weil wir nun aber schon bei Allergien sind, kommt mein klitzekleiner Heuschnupfen zur Sprache. Da könnte man doch mal ’ne Hyposensibilisierung machen.
 
Klar, schadet sicher nicht.
 
Doch vorher testen wir.
 
Erstaunlicherweise nicht erst in einigen Wochen sondern sofort.
Frühblühende Gräser (das hätte ich nicht erst testen müssen, ich kenne ja meine "schlechten Tage") und geringfügig Hausstaub.
 
Wir treffen uns also wieder. Gestern.
Als erstes: Lungentest. Auf Nachfrage erklärte man mir, daß wird beim Pulmologen immer gemacht.
 
Die Werte? Unverändert gut bis sehr gut.
 
Ungläubig nahm Herr Dottore zur Kenntnis, daß ich die verabreichten Substanzen nicht antasten mußte. Sowas gab’s wohl noch nie. Naja.
 
Dann haben wir den weiteren Sensibilisierungsprozeß besprochen. Und ein neues Rezept habe ich auch bekommen. Für nur 10 Euro Zuzahlung – neben der Praxisgebühr. Das Quartal hat ja gerade angefangen.
 
Nun warte ich wieder. Die Medinzin muß erst bestellt werden und kommt in drei Wochen. Dann geht’s aber schnell.
Kurzfristig, einmal in der Woche eine Spritze. Zwei Monate lang.
 
Ohne Lungentest. Und dabei habe ich mich gerade so dran gewöhnt.
 
 
P.S. Eines war dann doch noch seltsam: Da ich nun schon mal beim Arzt sitze, lasse ich mich doch auch gleich grippeschutzimpfen.
Es mußte weder ein Rezept ausgeschrieben noch etwas bestellt werden; ich mußte nicht warten und auch keinen Cent dazubezahlen. Komisch. Als ob der Mann wußte, daß ich ihn besuche.
Jahrelang ließ ich mir keinen Piekser in den Arm verpassen, wurde allerdings auch nicht von den Grippeviren heimgesucht.
 
Dieses Jahr wird es wohl passieren.
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Eine Antwort to “atmungsaktiv”

  1. Karin said

    Ist doch ganz einfach: die "armen"Ärzte müssen ihrePatienten bei der Stange halten.Alle Untersuchungengibt`s nur scheibchenweise, am besten über alleQuartale verteilt.So ist die Praxis gut gefülltund Du bist medizintechnisch immer beschäftigt.

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