Duftbaeumchens Blog

ver-führt

Posted by duftbaeumchen - 14. September 2005

Vertrau‘ keiner Frau.
 
Schon gar nicht beim Autofahren.
 
Ein Kundenbesuch außerhalb unserer Stadtmauern veranlasste mich, einer Frau die Wegführung  zu überlassen. Sie sollte mir die optimale Strecke von A nach B weisen. Daß das nicht funktioniert, hätte ich aus der  Erfahrung heraus eigentlich wissen müssen. Wir Männer sind allerdings manchmal etwas komisch – wenn nicht gar masochistisch veranlagt – und lassen uns auf Dinge ein, die schon rein evolutionstheoretisch gesehen grundsätzlich zum Scheitern verurteilt sind.
 
Frauen (bis auf Ausnahmen) können Landkarten nicht lesen.
 
Das ging schon damit los, daß Madame beim Start der Tour der Meinung war, wir seien außerhalb des Kartenbereichs.
 
Und das mitten in der Stadt.
 
Gut, ich fuhr trotzdem erst mal los. Ich wohne zwar erst knapp vierzig Jahre in Leipzig, wage aber zu behaupten, daß ich mich mittlerweile ein wenig auskenne.
 
Bekanntlich führen mehrere Wege nach Rom. Also dachte ich mir, daß es dann auch mehrere nach Bad Lauchstädt gibt.
 
Wir fahren heute mal eine andere Strecke.
 
Die neue Autobahn.
 
Laut Karte war ich völlig falsch.
Mein (gesunder) Menschenverstand war da anderer Meinung und so setzte ich vorerst meinen Willen durch.
Endlich auf der Autobahn angekommen, stellte ich fest, daß der "herkömmliche" Weg – also der, den ich sonst fahre -, der bessere und schnellere ist. Egal.
 
Meinem Zielort näherkommend, bin ich mir nicht mehr sicher, wie die richtige Abfahrt heißt.
 
Ich frage mein Orakel.
 
Ein unverzeihlicher Fehler.
 
Sie lotst mich von der Autobahn herunter in Richtung nächste größere Stadt.
Hinter mehreren LKW schleichend rückt der Zeiger des Chronometers schneller der vereinbarten Treff-Zeit entgegen, als ich mich vorwärts bewege.
Kann man halt nicht ändern.
 
Aus der Stadt raus  – es fließt. Das letzte Teilstück kenne ich nun wieder.
 
Fünf Kilometer vor der Ortseinfahrt Bad Lauchstädt dann das: Ich kreuze die Autobahn, von der ich vor fünfundzwanzig Minuten ‚runter bin.
 
Fünf Minuten länger auf der "Schnellstraße", eine Abfahrt später – ich hätte mehrere Kilometer und eine knappe halbe Stunde Fahrzeit gespart.
 
Wenn ich meinen Forscherdrang durchgesetzt hätte.
 
Aber ich hör ja auf andere.
 
Auf die Stimme aus dem Navigationssystem.
 
 
Ob ich mal ein Update machen sollte? Die neue Autobahn ist vielleicht noch gar nicht drauf?
 
Ach so: Der Rückweg ging ganz schnell – in einer halben Stunde war ich wieder im Büro. Ohne Navigationssystem.
Nur nach Gefühl.
 
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