Duftbaeumchens Blog

beim Pizzamann

Posted by duftbaeumchen - 17. Juli 2005

Nur 4 Wochen "Vorbereitung" und doch hat es funktioniert. 18 von 23 waren da.
 
Wieder mal Klassentreffen.
 
Nach zwanzig Jahren Berufsausbildung. Seltsam, da wohnt man in der gleichen Stadt und läuft sich trotzdem nie über den Weg. Erkannt habe ich sie alle sofort, auch wenn sich bei dem einen oder anderen die Haartracht etwas gelichtet hat. Zehn Jahre haben wir uns seit dem letzten Treffen nicht gesehen. Doch hinterließen diese zehn Jahre nur wenige äußerliche Spuren. Schnell wurden alte Erlebnisse, Bilder und Anekdoten ausgekramt und der Abend nahm einen recht lockeren, lustigen Verlauf.
 
Für den Kellner wahrscheinlich weniger.
 
Biergartenwetter. Deshalb trafen wir uns in einer Pizzeria mitten in der Innenstadt auf dem Freisitz. Mir schien, als hätten die Betreiber des Etablissements nicht damit gerechnet, daß an einem warmen, sonnigen Samstagabend in exponierter Lage überhaupt Gäste erscheinen. Da ich nicht ganz pünktlich war, hatte ich mit einigen anderen Nachzüglern das Pech, nicht sofort beim Eintreffen mit Überlebensmitteln versorgt zu werden. Nach nur einer halben Stunde des Durstens kam dann doch mal ein fremsprechender Bediensteter, der dann recht schnell zu erkennen gab, daß er mit einer solchen Situation wohl völlig überfordert war. Bei einem Vierertisch den Überblick zu behalten ist schon schwierig. Aber wenn mehr als 15 Leute an einem Tisch sich versammeln – das geht ja nun gar nicht. Er war weder unserer Sprache mächtig, noch wußte er, was auf der Karte steht. So gestaltete sich jeder Bestellvorgang, der über ein paar Bier hinausging, wie ein Glücksspiel.
Es hat trotzdem geschmeckt.
Gegen zehn kam unser Mundschenk plötzlich mit einer Rechnung. Irgendein Schichtwechsel oder sowas. Wer mit wem welche Schicht gewechselt hat, war nicht zu ergründen und mir als Gast auch egal.
 
Und dann ging’s los. Erstaunt nahm er zur Kenntnis, daß wir gerne jeder für sich bezahlen wollten. Na toll. Wieder Stress.
Ohne Kenntnis der Preisstruktur und ohne Wechselgeld ausgestattet, versuchte er, die Situation zu meistern. Dafür hatte er ein Saftglas für die Aufnahme des eingenommen Salärs dabei. Es wäre sicher ein Leichtes gewesen, sich nun verbilligt aus dem Abend zurückzuziehen.
Warum bringen die Gäste nie genügend Kleingeld mit? Warum immer Scheine? Warum kann ein Kellner nur unzureichend rechnen? 
Wie beim Hütchenspiel haben wir Geldscheine und -stücke über den Tisch geschoben und ihm damit bestimmt nicht beim Überblickbehalten geholfen. Irgendwie tat er mir leid. Gäste unterhalten sich lautstark und dazwischen steht er verlassen als Ausländer im fremden Land. Wie soll man sich da konzentrieren?
Vielleicht war es seine erste Bewährungsprobe. Letztlich war sein Glas doch gefüllt und er zog wieder ab.
Wir blieben noch. Und orderten nach. Mit Einzelbezahlung.
 
Ob die Kasse gestimmt hat, entzieht sich unserer Kenntnis.
 
Genau hat man ihn ja nicht verstanden.
 
 
P.S. Warum haben sich Kellner immer so zickig, wenn die Gäste einzeln zahlen wollen? Es ist doch ihr Geschäft: je mehr Einzelrechnungen, desto mehr Trinkgeld. Denke ich mir zumindest. Klar ist es mehr Arbeit – aber dafür machen sie doch den Job.
Werbeanzeigen

Kommentar verfassen

Bitte logge dich mit einer dieser Methoden ein, um deinen Kommentar zu veröffentlichen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

 
%d Bloggern gefällt das: